Gotthold Ephraim Lessing "Die Erziehung des Menschengeschlechts"

Dr. Thomas Weinmann stellte beim Clubabend zentrale Gedanken aus Lessings Schrift „Die Erziehung des Menschengeschlechts“ vor und ordnete sie verständlich in den Kontext von Religion, Aufklärung und Vernunft ein – fachlich fundiert und mit feinem Humor.

Er widmete sich in seinem Vortrag Gotthold Ephraim Lessings Schrift „Die Erziehung des Menschengeschlechts“ und erläuterte deren Kerngedanken anschaulich und gut nachvollziehbar. Dabei griff er auch Aspekte des geistigen und gesellschaftlichen Wandels des 18. Jahrhundert auf.

Im Mittelpunkt stand Lessings Vorstellung einer stufenweisen Entwicklung der Menschheit: vom Alten Testament als Phase des Gesetzes und Gehorsams über das Neue Testament mit seiner Betonung von Liebe und Moral bis hin zu einer dritten Phase, in der der Mensch aus innerer Einsicht handelt – das Gute tut, ohne dafür eine Belohnung zu erwarten, und das Böse unterlässt, ohne Bestrafung zu fürchten. Besonders deutlich wurde dabei Lessings Kritik am religiösen Dogmatismus und sein Plädoyer für Toleranz, Vernunft und Menschlichkeit.

Die bekannten Gedanken der Ringparabel dienten als anschauliches Beispiel für diesen Ansatz. Immer wieder lockerte Dr. Weinmann die anspruchsvollen Inhalte mit humorvollen Bemerkungen auf, was den Vortrag lebendig und gut zugänglich machte.

Pfr. i.R. Dr. Thomas Weinmann | Bild: Daniela Feit