Dr.-Ing. Martin Fahlbusch referierte beim Lions Club Winnenden über Geologie, Bergbaugeschichte und ein außergewöhnliches Bergwerksprojekt im sächsischen Erzgebirge.
Beim Clubabend des Lions Club Winnenden in der Schönen Aussicht Bürg gewährte Dr.-Ing. Martin Fahlbusch einen faszinierenden Einblick in die Welt des Marmors – von seiner Entstehung vor Hunderten von Millionen Jahren bis hin zu einem modernen Bergwerksprojekt im sächsischen Hammerunterwiesenthal. Dass Marmor weit mehr ist als der Werkstoff antiker Skulpturen und prächtiger Bauwerke, wurde dabei schnell deutlich: Heute findet er sich in Farben und Lacken, in Beton, in der Wasseraufbereitung und in der Umwelttechnik.
Den Einstieg bildete ein Blick auf die Grundlagen der Geologie. Die Erde ist nicht fertig – Verwitterung, Erosion, tektonische Verschiebungen und Gebirgsbildung sind Prozesse, die bis heute andauern. Marmor entsteht, wenn Kalkstein durch den Druck aufeinanderstoßender Kontinentalplatten und die damit verbundene Hitze tief in der Erdkruste umgewandelt wird. Die Lagerstätten im Erzgebirge sind zwischen 400 und 600 Millionen Jahre alt. Den historischen Bogen spannte Dr. Fahlbusch vom mutmaßlichen Abbaubeginn um 1522 über die erste urkundliche Erwähnung 1741 bis zum Beginn des Untertageabbaus im Jahr 1892 – und den vielfältigen Verwendungszwecken in den Jahrhunderten dazwischen: als Bindemittel für den Bau von Kirchen und Klöstern, als Dünger für die Landwirtschaft, als Rohstoff für die Glasindustrie.
Im Mittelpunkt des Vortrags stand das aktuelle Bergwerksprojekt in Hammerunterwiesenthal – die letzte verbliebene bauwürdige Marmorlagerstätte im Erzgebirge. Die Planung stellte die Verantwortlichen vor komplexe Anforderungen: Das Gelände liegt teilweise in einer Trinkwasserschutzzone, grenzt an Forstwirtschaftsflächen und befindet sich in der Nähe des Kurorts Oberwiesenthal. Dennoch verlief das Zulassungsverfahren in bemerkenswert kurzen drei Jahren – alle beteiligten Behörden erkannten die Bedeutung des seltenen Rohstoffs an und wirkten konstruktiv mit. Die gewählte Abbaukonzeption kombiniert Tagebau und Untertageabbau, um die Lagerstätte bestmöglich zu nutzen. Die Abbaudauer wird auf vier bis fünf Jahrzehnte geschätzt. Nach Abschluss der Arbeiten soll sich im ehemaligen Tagebau ein See bilden, der in ein hochwertiges Biotopsystem eingebettet wird.
Der Lions Club Winnenden dankt Dr.-Ing. Martin Fahlbusch herzlich für einen lehrreichen und kurzweiligen Abend. Mehr zu seiner Arbeit ist unter www.drfap.de zu finden – ganz im Sinne unseres Mottos: We serve.



