„Hunde retten Menschen" – Einblicke in die Arbeit des diesjährigen Wetzede-Begünstigten
Zum ersten Club-Abend nach der Sommerpause war der Lions Club Winnenden in der Vinothek Siegloch zu Gast – einer ansprechenden neuen Winnender Location, die dem Club einen eigenen Nebenraum mit Blick auf den Innenhof bot. Melanie Skender, 1. Vorsitzende, und Zugführer Andreas Moscal von der BRH Rettungshundestaffel Rems-Murr e.V. gaben unter dem Titel „Hunde retten Menschen" einen lebendigen Einblick in die Arbeit des diesjährigen Wetzede-Begünstigten.
Die beiden Referenten stellten zunächst ihre Staffel vor: 1999 gegründet, mit Vereinssitz in Leutenbach, zählt sie 45 Mitglieder, davon 28 Aktive mit 28 Hunden – 13 geprüfte Rettungshunde-Teams, neun weitere befinden sich in Ausbildung. Als primäre Einsatzstaffel im Rems-Murr-Kreis und Sekundärstaffel in den angrenzenden Landkreisen deckt sie die Sparten Fläche und Trümmer, Mantrailing, Technische Ortung per Drohne sowie Tiergestützte Intervention ab.
Großes Interesse weckte die Frage, wie ein Einsatz abläuft und wer über die Anforderung einer Hundestaffel entscheidet. Diese Entscheidung trifft ausschließlich die Polizei: Sie klärt vor Ort die Lage und alarmiert über die Leitstelle den Zugführer, der wiederum die Einsatzkräfte der jeweiligen Sparten zusammenruft. Beeindruckend sind die Zahlen dahinter – ein Rettungshunde-Team sucht rund 25.000 Quadratmeter in etwa 25 Minuten flächendeckend ab. Ohne Hund wären dafür 50 bis 80 Personen erforderlich.
Einen weiteren Schwerpunkt bildete der lange Weg vom Welpen zum einsatzfähigen Rettungshund. Im Durchschnitt dauert die Ausbildung zwei bis drei Jahre – wobei die Referenten mit einem Augenzwinkern anmerkten, dass es die Hunde in der Regel schneller schaffen würden; meist seien es die Hundeführer, die länger benötigen. Auch die Frage nach der geeigneten Rasse wurde beantwortet: Grundsätzlich ist nahezu jeder Hund geeignet. Ungeeignet sind lediglich sehr schwere Hunde, die aufgrund ihres Gewichts rasch ermüden, sehr kleine Hunde, die bereits an kleineren Hindernissen im Gelände scheitern, sowie Hunde mit zu platter Nase, denen das Schnüffeln schnell zu anstrengend wird. Kampfhunde dürfen nicht ausgebildet werden. Ansonsten sind die unterschiedlichsten Rassen vertreten.
Für Überraschung sorgte das Thema Finanzierung: Die gesamte Arbeit der Staffel erfolgt zu 100 Prozent ehrenamtlich, staatliche Fördergelder gibt es keine – weder auf Gemeinde- noch auf Kreisebene. Lediglich vom Bundesverband fließt pro geprüftem Hund und pro Einsatz ein kleiner Beitrag. Allein im Jahr 2025 kamen laut Statistik 15.550 ehrenamtliche Stunden zusammen.
Der Abend machte deutlich, warum die 14. Winnender Wengert Wetzede am 12. September 2026 unter dem Motto „Laufen für Lebensretter!" steht. Mit dem Erlös des Charity-Laufs unterstützt der Lions Club Winnenden die BRH Rettungshundestaffel Rems-Murr e.V. – ein Engagement, das dem Leitgedanken „We serve" in besonderer Weise entspricht.
